Klaus Bellin 03.04.2012 / Kultur

Verschlungene Wege

René Halketts Buch »Der liebe Unhold«: Ein unbekanntes Zeugnis der Exilliteratur

Adelsspross und Abenteurer – den es umhertreibt, immer weiter weg von den Wurzeln ... René Halkett

Es ist alles noch wie einst. Die Zeit steht still. Wenigstens im ruhigen Weimar, wo dieselben Familien den Ton angeben wie in den Tagen Goethes, wo sich der Großherzog in prachtvoller Livreé vor den Untertanen spreizt, die prunkvolle, nur dekorativen Zwecken dienende Schlosswache aufmarschiert, wo die Damen in die Knie sinken, wenn ihnen eine Hoheit begegnet, der Klatsch blüht und die ganze Stadt irgendwie aussieht, als sei sie eine Bühnenkulisse. Im Hoftheater wäre beinahe auch ein halbwüchsiger Adelsspross in einem japanischen Stück aufgetreten, sogar in einer Doppelrolle, doch die Mutter verhindert es in letzter Minute, weil sie meint, der Junge hätte sich erst einmal um seine Schulaufgaben zu kümmern. Der Junge, geboren im Februar 1900, ist Albrecht Georg Friedrich Freiherr von Fritsch, aber er wird sich mit 29 Jahren einen Künstlernamen zulegen und fortan als Georg Halkett, im englischen Exil dann als René George Halkett leben.

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