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Schwierige Aufarbeitung

Ein Jahr nach dem Massenunfall auf der A 19

  • Von Joachim Mangler, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.
Vor einem Jahr rasten auf der Autobahn 19 in einem Sandsturm 83 Fahrzeuge ineinander. Acht Menschen starben, die juristische Aufarbeitung ist noch lange nicht beendet.

Rostock. »Die Erinnerung an den Unfall ist noch ganz aktuell«, erzählt Maik Weier, Rettungsassistent beim Deutschen Roten Kreuz. Er war einer der rund 300 Helfer, die nach der grauenhaften Massenkarambolage auf der A 19 südlich von Rostock vor einem Jahr am Unfallort waren. Die Arbeit der Helfer fand größte Anerkennung.

Am 8. April 2011 hatte nach wochenlanger Trockenheit ein Frühjahrssturm riesige Mengen Sand und Erde von den Feldern an der Autobahn hochgewirbelt, die Staubwolke hatte den Autofahrern bei Kavelstorf schlagartig die Sicht genommen. 83 Fahrzeuge krachten ineinander, viele Autos gerieten in Brand. Acht Menschen kamen ums Leben, rund 130 wurden verletzt, 19 davon schwer.

Die juristische Aufarbeitung des Unfalls wird noch eine ganze Weile dauern. »Wie lange genau?« - Staatsanwältin Maureen Wiechmann zuckt mit den Schultern. Für die Klärung des Hergangs wurden die Unfalluntersuchungen zunächst auf die Fahrbahnrichtungen Berlin und Rostock aufgeteilt. In Richtung Berlin waren es 23 und in Richtung Rostock 60 beteiligte Autos. Recht weit sind die Ermittler zum Unfallgeschehen Richtung Berlin. Bislang gebe es fünf Beschuldigte, gegen die Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung eröffnet wurden. Ob sich daraus auch Anklagen ergeben werden, steht noch nicht fest.

Sehr viel schwieriger gestaltet sich die Aufklärung in Fahrtrichtung Rostock. Viele der 60 Autos waren regelrecht ineinander verkeilt, auch nach der Dekra-Begutachtung bleiben Unsicherheiten. »Wer ist auf wen aufgefahren, wer stand schon, wer war zu schnell«, solche Fragen gilt es laut Wiechmann zu klären.

Ein besonders schwieriger Fall sei beispielsweise ein Auto, in dem zwei Menschen starben, nachdem zwei andere Autos aufgefahren waren. Nun müssten die Dekra-Experten und Rechtsmediziner klären, welcher Aufprall für den Tod der beiden verantwortlich war. »Wenn man es überhaupt sagen kann«, meint Wiechmann. Wenn das nicht klappt, könne man auch niemanden dafür verantwortlich machen.

Ebenfalls komplex ist der Umgang der Versicherungen mit dem Unfall. Bisher seien zwei Drittel der Ansprüche durch vereinfachte Schadensbearbeitung der Haftpflichtversicherer geklärt worden, sagt Christian Lübke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin.

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