»Nur wegen meiner Hautfarbe«

Ein Gericht billigt Polizeikontrollen nach Augenschein. Die schwarze Community ist empört

Kurz nachdem SUNNY OMWENYEKE zugesagt hat, »nd« dieses Interview über verdachtsunabhängige Polizeikontrollen zu geben, schickt der Aktivist der Flüchtlingsselbstorganisation Karawane noch eine SMS: Er sei noch immer wütend über eine Ausweiskontrolle, die er in einem Zug im Dezember über sich ergehen lassen musste. Die Polizisten hätte er anzeigen sollen, schreibt er. Das Gespräch mit STEFAN OTTO findet tags darauf statt.

Sunny Omwenyeke, 46, flüchtete 1998 aus Nigeria nach Deutschland. Seit 2009 lebt er in England.

nd: Warum macht Sie die Polizeikontrolle so zornig?
SUNNY OMWENYEKE: Ich war mit meinem Kind im Zug unterwegs. Kurz vor dem Karlsruher Hauptbahnhof stiegen zwei Polizisten ein und kamen direkt auf mich zu, um mich zu kontrollieren. Ich war die einzige schwarze Person im Abteil. Ich fragte sie, warum sie ausgerechnet meinen Pass sehen wollten, und nicht den der anderen Fahrgäste. Die Situation schaukelte sich schnell hoch. Einzelne Mitreisende unterstützten sogar das Verhalten der Polizisten. Einer nannte mich einen »Brownie«. Das zeigte mir einmal mehr, wie tief verwurzelt rassistisches Denken in der deutschen Gesellschaft ist. Ich blieb jedoch standhaft und weigerte mich, den Ausweis zu zeigen, weil ich mich diskriminiert fühlte. Die ganze Situation verängstigte mein Kind sehr, es hatte eine solche Auseinandersetzung noch niemals zuvor erlebt. Nur weil es anfing zu weinen, gab ich nach und ließ die Kontrolle über mich ergehen. Für mich war klar, der einzige Grund dafür war meine Hautfarbe.

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