Grass: »Kein Widerruf!«

Kritik des Literatur-Nobelpreisträgers an Israels Politik sorgt weiter für Aufregung

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

»Was gesagt werden muss« - das Gedicht von Günter Grass sorgt weiter für ein heftiges Für und Wider in der deutschen Öffentlichkeit. Grass selbst: »Kein Widerruf!«

Da Günter Grass seine heftige Kritik an der Atommacht Israel in ein »Gedicht« gekleidet hat, darf gesagt werden: Selten hat ein Produkt deutscher politischer Lyrik derartige Wellen ausgelöst.

Die verbale Erregung über den Vorwurf, Israels Regierung gefährde durch ihre Atomwaffen-Drohung gegen Iran den Weltfrieden, zieht sich fast unisono durch Parteien und durch Institutionen des gesellschaftlichen Lebens.

Scharf attackiert wird Grass von Beate Klarsfeld, vor wenigen Wochen Kandidatin der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten: In einer Mitteilung zitiert sie aus einer Drohrede, die Hitler 1939 gegen »das internationale Finanzjudentum« gehalten habe. Wenn man den Ausdruck »das internationale Finanzjudentum« durch »Israel« ersetze, »dann werden wir von dem Blechtrommelspieler (Grass - d.Red.) die gleiche antisemitische Musik hören«.

Zu den Verteidigern von Grass gehört die Organisation »Jüdische Stimme für gerechten Fri...

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