Hans-Dieter Schütt 17.04.2012 / Kultur

Das rote Lederjäckchen

Volker Kauder zu Gast bei »Gregor Gysi trifft Zeitgenossen« am Deutschen Theater Berlin

Gysi war ausgesprochen höflich. Denn man stelle sich vor, er hätte schon am Anfang des Gesprächs - und nicht erst zum Schluss - den Politikerkollegen Kauder von dessen Liebe zu roten Lederjäckchen plaudern lassen. Man halte sich das vor Augen! Kein Wort wäre doch von der Bühne gekommen, ohne dass man den Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion fortan ins rote Lederjäckchen geschnürt gesehen hätte. Vielleicht nicht geschnürt, sondern eher betont lässig, ja kühn oppositionell. Kühnheit freilich nur in dem Maße, wie ein Jäckchen das zulässt.

Es wäre dabei übrigens ein logischer Eindruck entstanden: vom Mühen des CDU-Mannes um einen sichtbaren Widerspruch zu sich selbst. Das rote Lederjäckchen, wahrscheinlich Bundjacke und hochgeschlagener Kragen - wir müssen jetzt noch eine Winzigkeit im neckisch Textilen verweilen - steht als eine Art Freizeit-Aufhilfe für jenes Bild des Abweichenden, das ansonsten in diesem ordentlichen Leben kei...

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