Werbung

Vermieter reagiert nicht auf Einwendungen

Leserfrage: Was ist gegen die Biotonne vor dem Fenster zu tun?

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Direkt vor meinem Fenster wurde eine Tonne für Bioabfall aufgestellt. Es stinkt so, dass ich das Fenster nicht öffnen kann. Der Vermieter reagiert nicht auf meine Forderung, die Tonne woanders aufzustellen. Was kann ich tun?
Anna S., Plauen

Wenn es zu so extremen Geruchsbelästigungen kommt, ist das zunächst ein erheblicher Mangel an der Mietsache, der zur Mietminderung berechtigt, so die allgemeine Rechtsprechung.

In einem Streitfall in Stuttgart, wo ein Mieter durch Zigarettenrauch und Essengerüche ständig belästigt worden ist, erkannte das zuständige Landgericht eine Mietminderung von 20 Prozent als gerechtfertigt an. In einem anderen Fall wurden 15 Prozent Minderung für angemessen angesehen.

Aber in unserer Leserfrage geht es der Mieterin nicht in erster Linie um Mietminderung, sondern um die Beseitigung der ständigen Geruchsbelästigung durch unzweckmäßige Platzierung der Biomülltonne.

Tonnen dieser Art müssen so aufgestellt werden, dass Mieter nicht belästigt werden. Wenn alle Beschwerden beim Vermieter nichts helfen, dann kann außer der Mietminderung beim zuständigen Amtsgericht auf Unterlassung geklagt werden.

In Extremfällen kann der Mieter sogar fristlos kündigen. Geruchsbelästigungen im Haus können vielseitige Ursachen haben. So können herumstromernde Katzen durch Fütterung angelockt werden, die ihr Revier mit einem unangenehmen Geruch kennzeichnen. Oder im Haus hält einer der Mieter zu viele Tiere nicht artgerecht, was im Treppenflur deutlich wahrzunehmen ist. Oder wenn ein starker Raucher auf seinem Balkon seinem Laster frönt, zieht der Qualm unweigerlich in die anderen Wohnungen.

In diesem Fall sollte zuerst versucht werden, mit dem Raucher darüber zu reden. Wenn das nichts hilft, muss der Vermieter einschreiten, denn er ist für den vertragsgemäßen Zustand der Mietwohnung verantwortlich. Er kann den Raucher abmahnen, das Qualmen auf dem Balkon zu unterlassen.

Normale Kochgerüche müssen hingegen hingenommen werden. Wenn es um die Weihnachtszeit im Hausflur kräftig nach dem Braten riecht, wird das sicher nicht als Belästigung empfunden. Es kommt also immer auf den Einzelfall an. Aber schutzlos sind Mieter, die sich dagegen wehren, nicht.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!