Gunnar Decker 18.04.2012 / Kultur

Drogentrip in die Realität

Christian Krachts »1979«, inszeniert von Mattias Hartmann am Burgtheater Wien, in der Berliner Volksbühne

Christian Kracht ist immer für einen halben Skandal gut. Ein bisschen böse, aber nicht ganz. Katastrophen zum Wohlfühlen, den Kunden im Blick. So ist das bei seinem neuesten, vom »Spiegel« unsinniger Weise unter irgendeinen Verdacht (Verherrlichung der Kolonialzeit, Rassismus, Frauenfeindlichkeit?) gestellten Roman »Imperium«, in dem die Figuren Meinungen äußern, die den selbst ernannten Moralpolizisten, die die Medien bevölkern, als unstatthaft aufgefallen sind. Man macht sich so langsam Sorgen um das freie Wort in dieser von einer künstlichen Aufregung zu anderen taumelnden Öffentlichkeit, die immer mehr den Eindruck einer geschlossenen Anstalt erweckt.

Um es deutlich zu sagen: Kracht ist ein postmoderner Dandy, der schreibt, um sich wohlfühlen. Sich oder andere zu quälen, liegt ihm fern. Seine Bücher lesen sich immer wie mit Blick auf die Bestsellerliste kalkulierte Unterhaltungsromane - nur manchmal geht er überraschend einen S...

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