Werbung

Schuss geht nach hinten los

Kommentar von Ines Wallrodt

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Das Vorhaben der Koalition kann sich des Beifalls vieler Menschen im Land sicher sein. Junge Straftäter, die zu einer auf Bewährung verhängten Jugendstrafe verurteilt wurden, sollen mit dem Warnschussarrest einen »heilsamen Schock« versetzt bekommen. Richtig daran ist, dass sie nach diesem Freiheitsentzug wissen, was sie erwartet. Nur abhalten wird er sie von nichts. Der Warnschuss geht nach hinten los. Bekannt ist das, weil Richter schon jetzt bis zu vier Wochen Arrest verhängen können. Doch offenkundig tritt der erzieherische Effekt sehr oft nicht ein: So liegt die Rückfallrate nach Jugendarrest bei 65 Prozent. Diese Sanktion gilt deshalb neben der Gefängnisstrafe als das am wenigsten erfolgreiche Mittel, um Rückfälle zu verhindern. Einsperren macht Jugendliche weder besser, noch lassen sich so neue Opfer vermeiden.

Es ist zu befürchten, dass konservative Ordnungspolitiker all das sogar wissen. Es ist ihnen nur egal. Härte ist die einzige Sprache, die sie kennen. Wer Jugendliche schneller und länger hinter Gittern sehen will, befriedigt damit vor allem seinen Wunsch nach Rache. Mit Erziehung hat das ebenso wenig zu tun wie die Schläge, mit denen Kindern einst Gehorsam eingeprügelt wurde. Statt das Versagen von Eltern, Schule und Gesellschaft mit dem Strafrecht zu beantworten, sind umfassende sozialpädagogische Maßnahmen nötig. Gerade in der Bewährungszeit. Jugendliche Straftäter müssen vieles lernen: Verantwortung für begangenes Unrecht zu übernehmen, die Fähigkeit zu Konfliktlösung, Empathie, soziales Verhalten. Für all das ist Gefängnis die falsche Schule.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!