Neues Gutachten zu Jallohs Tod

Magdeburger Gericht will Experiment in Polizeizelle

  • Von Hendrik Lasch, Magdeburg
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.

Konnte der Oury Jalloh überhaupt selbst die Matratze in der Zelle des Dessauer Polizeigewahrsams anzünden? Er war an Händen und Füßen gefesselt. Ein neues Gutachten soll nun den Feuertod des Flüchtlings im Jahr 2005 neu bewerten.

Im Prozess um den Tod des Flüchtlings Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle im Januar 2005 hat das Magdeburger Landgericht ein neues Gutachten in Auftrag gegeben. Ein Brandexperte soll klären, welche Möglichkeiten eine auf einer Matratze gefesselte Person hat, die Unterlage zu beschädigen und zu entzünden. Abhängig vom Ausgang des Experiments, das in einer Zelle in der Dessauer Polizeiwache durchgeführt werden soll, will das Gericht danach entscheiden, ob es auch ein neues, allerdings zeitaufwendiges Gutachten zum Brandverlauf in Auftrag gibt.

Ein solches neues Gutachten hatte die Nebenklage in dem Verfahren gefordert, das seit Januar 2011 gegen einen ehemaligen Dienstgruppenleiter der Dessauer Polizei geführt wird. Ihm wird vorgeworfen, für den ...

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