Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.

Ärzte im Statistik-Nebel

Ärzte interpretieren Zahlenangaben aus Studien nicht immer richtig

  • Von Walter Schmidt
  • Lesedauer: ca. 8.5 Min.

Allgemeinmediziner halten den Nutzen von Reihenuntersuchungen zur Krebsfrüherkennung für weitaus größer, als er ist. Eine neue Studie erweist, wie schwer es auch für sie ist, Krebsstatistiken zu durchschauen und Patienten in Sachen Screening richtig zu beraten.

Die Diagnose ist niederschmetternd: „Ärzte verstehen Statistiken zur Krebsfrüherkennung nicht“, urteilte Mitte März das zum Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung gehörende Harding-Zentrums für Risikokompetenz. Viele Mediziner überschätzen offenbar die Wirksamkeit von Früherkennungstests bei weitem. Sie setzen fälschlicherweise eine höhere 5-Jahres-Überlebensrate von früh getesteten Krebspatienten mit einer geringeren, krebsbedingten Sterblichkeit dieser Menschen gleich.

Diesen Missstand hat einmal mehr eine Studie des Harding-Zentrums an über vierhundert US-amerikanischen Allgemeinärzten aufgedeckt – wie es aussieht, ein länderübegreifendes Manko. Denn auch hierzulande haben Mediziner Probleme, statistische Risiken korrekt einzuschätzen. „In Deutschland haben wir die gleichen Ergebnisse gefunden“, sagt der Psychologe Gerd Gigerenzer, der das Harding-Zentrum leitet und immer wieder auch Mediziner in Sachen Risiko-Kompet...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.