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BER auf der Zielgeraden

Flughafenchefs sehen keine Probleme bei Genehmigung des Airports

In der Airport-City sind die Bäume gepflanzt, die Check-in- und Gepäckausgabe-Halle im Terminal weitgehend fertig, zwei Millionen Quadratmeter Betonfläche für Rollwege und die neue südliche Start- und Landebahn ebenfalls - der neue Hauptstadt-Flughafen BER in Schönefeld werde pünktlich am 3. Juni in Betrieb gehen, versicherte gestern die Betreibergesellschaft FBB. »BER ist auf der Zielgeraden: An einigen Stellen wird sicher noch geschraubt werden, aber was für den Flugbetrieb notwendig ist, wird fertig und genehmigt sein, auch die Brandschutzanlagen«, betonte Technikchef Manfred Körtgen.

Er widersprach damit Berichten, wonach Rauchgasentlüfter, Brandmeldeanlagen nicht rechtzeitig fertig würden. In vielen Bereichen des Flughafens hätten Experten bereits sogenannte Heißgasversuche unternommen und dabei den Rauchabzug gemessen, in den nächsten Wochen werde das fortgesetzt. »Bisher hat alles funktioniert«, so Körtgen.

Auch betriebswirtschaftlich sieht sich die FBB auf einem guten Weg. Bei den Passagierzahlen wurde 2011 mit 24 Millionen ein Rekordergebnis erreicht. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 7,7 Prozent, in Deutschland wuchs nur München mit 8,8 Prozent schneller. Der Aufschwung wurde vor allem von Tegel getragen, auf dem alten Flughafen in Schönefeld gab es einen leichten Rückgang, den Flughafenchef Rainer Schwarz mit der Luftverkehrsabgabe erklärt, von der die dort beheimateten Billigairlines besonders betroffen sind.

In den vergangenen zehn Jahren konnten die Berliner Flughäfen damit ihr Passagieraufkommen fast verdoppeln, woran andere Flughäfen nicht annähernd heranreichten. »Eine gute Ausgangsbasis für BER«, befand Schwarz. Dort wird im ersten Jahr seines Bestehens mit mehr als 25 Millionen Fluggästen gerechnet. Konzipiert ist der Airport in der ersten Ausbaustufe für 27 Millionen. Die vor allem von Anwohnern aufgeworfene bange Frage nach der bald nötigen dritten Start- und Landebahn stellt sich für Schwarz trotzdem noch lange nicht. Denn die Zahl der Flugbewegungen nahm in den vergangenen zehn Jahren nur um 35 Prozent zu. Der Grund: Es werden größere Maschinen eingesetzt, und deren Auslastung steigt. 2011 gab es in Schönefeld 243 000 Flugbewegungen, BER ist für 360 000 konzipiert. »Das zeigt, wie viel Platz wir noch haben«, so Schwarz.

Wegen der steigenden Passagierzahlen will sich der BER-Chef aber »über weitere Expansionsschritte Gedanken machen«. Diese würden jedoch in den bestehenden Strukturen erfolgen, etwa durch Erweiterung der Abfertigungspositionen der Flugzeuge und der Kapazität der Gepäckanlage.

Mit BER hofft die FBB, weiter an die beiden größten Flughäfen Frankfurt und München heranzurücken. Das soll besonders mit mehr Umsteigern gelingen. Berlin zählte bisher nur eine Million Umsteiger, auf den beiden anderen waren es mehr als 30 bzw. 14 Millionen. Schwarz setzt besonders auf Air Berlin, die den neuen Flughafen zum Drehkreuz machen will. Auch die Lufthansa plane zusätzliche Flüge und habe BER von ihrem Sparprogramm ausgenommen.

Ihren Umsatz erhöhte die FBB im Vergleich zu 2010 um 6,6 Prozent auf 263 Millionen Euro. Unterm Strich schrieb die Flughafengesellschaft 2011 einen Verlust von 75 Millionen Euro. Grund dafür waren die hohen Zinsbelastungen für den Flughafenneubau. Das Minus sei laut Schwarz so geplant gewesen und werde in den nächsten Jahren zusammen mit der dann höheren Kreditsumme noch steigen. Ihren Eigenanteil zur Finanzierung des Flughafens konnte die FBB auf 531 Millionen Euro steigern, geplant waren 440 Millionen.

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