»Zug der Erinnerung« vor dem Aus

Gleisgebühren der Deutschen Bahn zu teuer

Berlin (epd/nd). Dem »Zug der Erinnerung« droht nach knapp fünf Jahren das Ende. Nach einem Bericht des Berliner »Tagesspiegel« sieht die Bundesregierung keine Möglichkeit, die Bahn wegen der rollenden Ausstellung über die NS-Deportationen der »Reichsbahn« in die Pflicht zu nehmen. In ihrer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion heiße es, die Frage nach einem »ausnahmsweisen Verzicht« der Bahn auf Gebühren für die Gleis- und Bahnhofsnutzung stelle sich nicht. »Am geeignetsten« wäre, die Bahn würde den Verein mit Spenden unterstützen.

In den Zugwaggons wird in einer Wanderausstellung an die Deportationen der Nazis mit der »Reichsbahn« erinnert. Bisher machte der Zug auf über 100 Bahnhöfen in Deutschland, Polen und Frankreich Station. Anders als die polnische Bahn PKP und die französische Staatsbahn SNCF, die dem Projekt kostenlose Hilfe leisteten, erhebt die Deutsche Bahn dafür Trassen- und Anlagenentgelte. Dazu sehe sie sich verpflichtet, weil andere Eisenbahnverkehrsunternehmen auch bezahlt werden müssten, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. Nach Angaben von Verkehrsstaatssekretär Elak Ferlemann (CDU) steht die Regierung in ständigem Kontakt mit der Bahn, die Erörterungen unterlägen aber der Verschwiegenheitspflicht. Ferlemann betonte, der Verein habe bisher von der Bahn eine Spende von 150 000 Euro erhalten.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung