Unten links

»Es ist recht zugig in dieser Gesellschaft, ein frischer Wind ist das nicht, der hier weht.« Ein Wort vom Dichter Herbert Achternbusch. Es darf angezweifelt werden, dass er damit auf das hinweist, was soeben eine Statistik sagt: Deutschland habe die meisten »Tage der offenen Tür« in Europa. Theater, Parlamente, Ministerien - solche Tage des Einblicks haben eine Konjunktur, dass man argwöhnen muss, wir lebten schon wieder in einer geschlossenen Gesellschaft. Statt Freiheit nur immer Freigang. Geht das so weiter mit dem Faible für offene Tore, wird bald jede Entlassung eines Gefängnisinsassen zum Kulturevent. Und die Bundesliga meldet Ergebnisse, von denen ein Dirk Nowitzki am Basket nur träumen kann. Auf die Weise ist Deutschland immerhin beschäftigt und vor allem ausgebucht: Keine Chance für einen wirklich benötigten Tag. Den es nicht gibt und wohl nie geben wird, weil sich so viele Menschen vor ihm fürchten. Die Rede ist vom Tag der offenen Fragen. hades

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