Martin Kröger 03.05.2012 / Berlin / Brandenburg

Revolution in Mitte unerwünscht

1. Mai-Abend-Demo mit 25 000 Teilnehmern vorzeitig aufgelöst / Henkel zufrieden

Das Ende kommt abrupt. An der Spitzkehre Lindenstraße/Ecke Markgrafenstraße in Kreuzberg stoppt der bis dato weitgehend friedliche Aufzug. Lila Rauch wabert, ab und zu kracht ein Böller. Die Stimmung wechselt von entspannt zu angespannt – es wird unübersichtlich. Vor dem Jüdischen Museum, das an dieser Kreuzung liegt, wird ein Polizeiwärterhäuschen entglast. »Das kann ja wohl nicht sein, dass es hier knallt«, sagt ein Teilnehmer entsetzt. Der Eskalation ist nach Aussage der Demonstrationsleitung aber ein Angriff der Polizei auf die Spitze des linksradikalen Aufzuges vorausgegangen. »Nachdem 120 Leute in die Markgrafenstraße eingebogen waren, wurden sie mit Tonfas und Pfefferspray attackiert«, sagt Jonas Schiesser. Er hat die Revolutionäre 1. Mai-Demonstration in Berlin mitorganisiert, zu der am Abend nach Veranstalterangaben 25 000 Menschen gekommen sind. Aus Schiessers Perspektive ist es Polizei und Senat »ein politisches Anliegen, dass die Demonstration nicht wie geplant in die politische Mitte« führen kann. Gestützt wird dieser Verdacht vom Berliner Piratenpartei-Abgeordneten Oliver Höfinghoff, der vor Ort ist. »Es war absolut nicht gewollt, dass die Demonstration nach Mitte gelangt«, sagt Höfinghoff. Es sei auch nicht ersichtlich gewesen, warum die Demonstration an diesem Punkt aufgehalten wurde. Schließlich habe es »keinerlei Aggression« seitens der Demonstranten gegeben. Auch die Beo-bachtergruppe des Grundrechtekomitees notiert: Die Polizei stoppte den Aufzug ohne ersichtlichen Grund, »in dem sie in die Versammlung eindrang, Fronttransparente entwendete und Verhaftungen vornahm«.

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