Katja Herzberg 05.05.2012 / Kultur

Poesie in der Kopiergesellschaft

»Über Wachen und Schlafen« - Die Lesedüne erstmals in Buchform

Wir radieren alle unsere Personalausweise aus und schreiben: »Die Arbeiterklasse hat kein Vaterland.« Kolja Reichert, »Linien«

Man weiß nicht so recht, ob man lachen oder weinen oder vor Lachen weinen soll, wenn man die Kurzgeschichten, Gedichte und musikalischen Stücke des »Lesedüne«-Quintetts hört. Sie gehen weit über Komik hinaus, führen mit subversivem Wortwitz die Absurditäten des Alltags vor Augen. Was bei Maik Martschinkowsky als gewöhnlicher Besuch des Jobcenters beginnt, endet fast in einem Aufstand. Dann nämlich steht das Amt in Flammen, wenn auch nicht als Akt des politischen Bekenntnisses des Erzählers.

Die Geschichten der fünf Autoren nehmen oft umstürzlerische Wendungen. So erzählt Kolja Reichert in »Linien«, wie er auf dem Bahnsteig mit den engen Grenzen des Raucherquadrats kämpft und sich wenig später die Menschen mittels Radiergummis von Preisen, Politikern und Mauern befreien. Dies sind nur zwei Kostproben aus »Über Wachen und Schlafen«. Es ist die erste Textsammlung nach mehr als sieben Jahren gemeinsamer Auftritte als »Lesedüne«.

Kre...

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