Hans-Gerd Öfinger, Frankfurt am Main 07.05.2012 / Politik

40 Jahre Berufsverbote

Opfer antikommunistischer Politik fordern finanzielle Entschädigung

40 Jahre nach dem beschlossenen »Radikalenerlass« verlangen Betroffene eine Rehabilitierung.


Silvia Gingold wurde als Lehrerin im damals SPD-geführten Hessen 1974 zu einer Anhörung geladen. Ihr hielten die Behörden in einem »Sündenregister« unter anderem die Teilnahme an Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg und Reisen in die DDR vor. Als Kommunistin wurde sie 1975 aus dem Schuldienst entlassen.

Grundlage hierfür war eine gemeinsame Erklärung der Ministerpräsidenten der Länder und von Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) vom 28. Januar 1972. Darin hieß es: »Gehört ein Bewerber einer Organisation an, die verfassungsfeindliche Ziele verfolgt, so begründet diese Mitgliedschaft Zweifel daran, ob er jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung eintreten wird. Diese Zweifel rechtfertigen in der Regel eine Ablehnung des Anstellungsvertrages.«

Dieser »Radikalenerlass« zerstörte die berufs- und Zukunftspläne vieler tausend junger Menschen. Etliche leiden noch heute an den Folgen, einige sind daran zerbrochen. Es traf M...


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