Promotionen bringen Geld in die Uni-Kasse

Eine Bildungsministerin unter Plagiatsverdacht. Der »Fall Schavan« als Systemfehler.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan soll, heißt es auf der Internetseite schavanplag.wordpress.com, Teile ihrer vor 32 Jahren verfassten Dissertation von anderen Autoren abgeschrieben haben. Ein neuer »Fall Guttenberg«? Nein, meint der Darmstädter Soziologe Michael Hartmann, aber das Image der CDU-Politikerin als ehrbare Bildungsbürgerin ist dahin.

Michael Hartmann hat sich in den vergangenen Jahren als Eliteforscher einen Namen gemacht und z.B. 2002 in der Studie »Der Mythos von der Leistungselite« den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Zugang zu Führungspositionen nachgewiesen. Mit dem 59-Jährigen sprach nd-Redakteur Jürgen Amendt.

nd: Ist der Vorwurf gegen Annette Schavan, bei ihrer Dissertation geschummelt zu haben, ein Versuch, eine Bastion des Bildungsbürgertums zu schleifen?
Hartmann: Das ist eine doch sehr gewagte These. Ich würde Annette Schavan nicht als Bastion des Bildungsbürgertums sehen.


Aber genau das ist doch die Haltung, mit der sie in der Vergangenheit immer öffentlich aufgetreten ist. Als der CSU-Politiker Karl-Theodor von Guttenberg im letzten Jahr als großer Abschreiber aufgeflogen ist, hat Schavan erklärt, sie schäme sich nicht nur heimlich für den Verstoß ihres Kabinettskollegen gegen den Ehrenkodex der Wissenschaftler.
Das schon, sie hat sich selber immer als ehrbare Bildungsbürgerin dargestellt, die Reputation allein wegen der eigenen erbrachten Leistung einfordert. Das sagt aber nichts über die Wirklichkeit aus. Das ist wie beim sogenannten ehrbaren Kaufmann, den es in Reinform auch nur als Mythos gibt bzw. früher gab. Wie es in der bür...


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