Abida Semouri 10.05.2012 / Ausland

Algerien wählt ohne Frühlingsgefühle

Bei den Parlamentswahlen gilt die Regierungspartei FLN als Favorit - trotz Unmuts in der Bevölkerung

Ein Regierungswechsel in Algerien ist nicht in Sicht. Bei den heutigen Parlamentswahlen wird erwartet, dass die seit 1962 regierende Nationale Befreiungsfront (FLN) auch danach die stärkste Fraktion stellen wird. Die Mehrheit der Algerier hat der Politik seit Langem den Rücken gekehrt.

Als Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika Mitte Februar seinen neuen tunesischen Amtskollegen Moncef Marzouki zum offiziellen Staatsbesuch in Algier empfing, dürfte dabei auch ein Gefühl der Genugtuung mitgeschwungen haben. Im Gegensatz zu Ben Ali (Tunesien), Hosni Mubarak (Ägypten) und Muammar al-Gaddafi (Libyen) hat er den arabischen Frühling scheinbar unbeschadet überstanden und sitzt immer noch sicher auf seinem Präsidentensessel.

Bouteflikas Machtposition werden die Parlamentswahlen am heutigen Donnerstag nicht antasten. Zwar bewerben sich Kandidaten von 44 Parteien um 462 Sitze im algerischen Parlament, doch nach einer unspektakulären Kampagne werden weder ein Sturm auf die Wahlurnen noch ein politischer Wandel erwartet. Die Nationale Befreiungsfront (FLN) gilt als klarer Favorit.

Ein Großteil der Bevölkerung empfindet angesichts Bouteflikas Selbstgewissheit Frustration und Ohnmacht. Die Algerier werden immer noch von e...

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