Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Auf neuen Wegen ins Becken

Deutsche Meisterschaften der Schwimmer in Berlin stehen ganz im Zeichen Londons

  • Von Oliver Händler
  • Lesedauer: 3 Min.

»Wir haben ja nicht alles über den Haufen geworfen«, sagt Lutz Buschkow. Der Direktor Leistungssport im Deutschen Schwimmverband fühlt sich offenbar falsch verstanden beim Aufzählen der neuen Vorbereitungswege seiner Schwimmer vor den Olympischen Spielen: Mehr Individualität, längere Trainingszyklen vor Höhepunkten, leichtere Normen, größerer Einfluss der Heimtrainer, Schwerpunktgruppen, mehr als eine Chance zur Qualifikation ... Buschkows Liste ist lang, aber früher sei auch nicht alles schlecht gewesen, meint er. Trotzdem sollen schon die heute beginnenden deutschen Meisterschaften aufzeigen, dass die neuen Wege die zu mehr Erfolg sind.

Zumindest kann sich Buschkow, der nach dem Abgang von Dirk Lange die Suche nach einem neuen Bundestrainer in die nacholympische Phase verschoben hat, darüber freuen, dass fast all seine Spitzenathleten gesund nach Berlin gekommen sind. Hier wollen sie in den kommenden Tagen möglichst gleich im ersten Anlauf ihr Ticket für London buchen.

»Ich will mich hier für Olympia qualifizieren und über 100 Meter möglichst unter 54 Sekunden schwimmen«, sagt Britta Steffen. Dass die Doppelolympiasiegerin damit immer noch über eine Sekunde langsamer wäre als die Niederländerin Ranomi Kromowidjojo nehme ihr sogar den Druck der großen Favoritin, so die Berlinerin. »Wenn ich mich qualifiziere, dann fahre ich mit Freude zu Olympia. Es wären immerhin meine vierten Spiele. Was die Konkurrenz imstande ist zu schwimmen, ist beeindruckend. Daher bin ich sehr vorsichtig geworden.«

Die zu schwimmenden Normzeiten orientieren sich an den Ergebnissen der WM 2011 in Shanghai und nicht mehr an der Weltrangliste. Sie sind damit meist leichter oder »nicht ganz so hoch«, wie es Buschkow ausdrückt. Sollten sich in Berlin nicht zwei Athleten über eine Strecke qualifizieren, bieten die Europameisterschaften in knapp zwei Wochen noch eine zweite Chance. »Ich hoffe aber, dass sich alle auf Berlin fokussiert haben, und möglichst viele den Sack schon hier zu machen«, wünscht sich Buschkow.

Paul Biedermann wird zwar neben seinen Paradestrecken 400 und 200 Meter Freistil auch die 100 in Berlin schwimmen, aber nur um seine Grundschnelligkeit zu testen. »Selbst wenn ich mich für die 4x100-m-Staffel qualifizieren sollte, werde ich sie in London nicht schwimmen. Ich will mich dort auf meine Strecken konzentrieren«, sagt Biedermann. Das scheint auch notwendig zu sein, schließlich hat er in Michael Phelps, Ryan Lochte (beide USA) oder dem französischen Ex-Europameister Yannick Agnel große Konkurrenz. »Wer auch immer im Finale über 200 Meter stehen wird, kann Olympiasieger werden. Das wird das schnellste Rennen der Spiele«, prophezeit Biedermann.

Wie viele Medaillen der Hallenser und seine Kollegen aus dem Londoner Becken fischen sollen, wird nicht verraten. »Wenn ich in der Vergangenheit Zahlen genannt habe, hat man mich daran später immer zerrissen«, sagt Buschkow. »Auch hier gehe ich jetzt also einen neuen Weg.«

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln