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Teure Dopplung

Streit um Exil-Archiv

Die Wuppertaler Else-Lasker- Schüler-Gesellschaft hat die von der Bundesregierung geplante Gründung eines virtuellen Museums »Künste im Exil« als kostspielige Doppelung kritisiert. Eine ähnliche Internetplattform mit etwa 1600 Biografien verfolgter Künstler und Intellektueller bestehe bereits (www.exil-archiv.de), teilte der Vorsitzende Hajo Jahn mit. Ohne öffentliche Mittel könne dieses ehrenamtlich aufgebaute Archiv nicht mehr betrieben werden, heißt es in einem Brief an Kulturstaatsminister Bernd Neumann.

Neumann hatte angekündigt, ein neues virtuelles Museum mit 745 000 Euro zu fördern. Aufgebaut werden soll es vom »Deutschen Exilarchiv« der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt, dem Literaturarchiv Marbach und anderen Partnern. Gesammelt werden sollen Berichte über in der Zeit des Nationalsozialismus vertriebene Künstler, aber auch über Emigranten aus der ehemaligen DDR und Osteuropa.

Das bereits bestehende Exil-Archiv war nach Angaben Jahns in seiner Anfangsphase von der damaligen rot-grünen Bundesregierung mitfinanziert worden. Seitdem stagniere das Projekt, weil weitere Förderung ausgeblieben sei. Das Solinger Exil-Archiv arbeite bereits mit den Institutionen in Frankfurt und Marbach zusammen. Es sei bisher die einzige Einrichtung, die den Themenkomplex verfolgte Künste vereinige. dpa

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