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Protest-Besetzung

Linke Aktion in Kreuzberger Bevernstraße

(dpa). Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen haben Linksalternative ein Haus am Spreeufer in Berlin-Kreuzberg besetzt, um damit gegen steigende Mieten im Kiez zu protestieren. Die Männer und Frauen waren am Sonntagnachmittag in das teilvermietete Gebäude in der Bevernstraße eingebrochen und verwüsteten unter anderem das Büro der Hausverwaltung. Die Polizei nahm sechs 19 bis 55 Jahre alte Besetzer vorläufig fest, sagte ein Sprecher am Montag. Gegen sie werde nun wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung ermittelt. Rund 60 Beamte waren zeitweise im Einsatz.

Als die Polizei gegen 16.30 Uhr wegen eines gemeldeten Einbruchs eintraf, flüchteten mehrere Vermummte. Beamte konnten vier von ihnen festnehmen. Zunächst Unbeteiligte versuchten sich mit den Besetzern zu verbünden und erhielten Platzverweise. Nachdem der Hausverwalter einen Strafantrag und ein Räumungsbegehren gestellt hatte, brachen Einsatzkräfte die verbarrikadierte Tür einer leer stehenden Wohnung auf. Dort nahmen sie zwei weitere Personen fest. Nach dem Einsatz übernahm ein privates Sicherheitsunternehmen die Bewachung des Gebäudes.

Die linke Gruppe begründete ihre Aktion nahe der Oberbaumbrücke als Protest gegen steigende Mieten und eine »kapitalistische Stadtumstrukturierung«. Erstmals hatten Gentrifizierungsgegner am 25. März das Haus besetzt. Den Angaben zufolge sollen in dem Gebäude Luxus-Eigentumswohnungen mit Spreeblick entstehen.

Das Haus liegt nur unweit der Brachfläche, wo sich das BMW Guggenheim Lab ursprünglich ansiedeln sollte. Nach heftigen Protesten zog das Projekt zu Fragen der urbanen Zukunft aber nach Prenzlauer Berg. Danach entbrannte eine breite Diskussion über vermeintliche »linke Chaoten«, steigende Mieten und die Zukunft der Stadt.

Die Ängste vor steigenden Mieten und Anwohnerverdrängung gehen nicht nur in Kreuzberg um. Längst regt sich auch in Neukölln und anderen Bezirken Widerstand. Am Vortag des 1. Mai marschierte die »Antikapitalistische Walpurgisnacht-Demo« erstmals durch Wedding, um auf Mietsteigerungen hinzuweisen.

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