Die Armut kann jeden treffen

Alltag und Stimmung der Athener in stürmischen Zeiten: »Die streitlustigen Griechen halten jetzt mehr zusammen«

  • Von Katharina Rothe und Constantin Mavromatidis
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Die Debatte in den Medien und zwischen den Politikern über den »Problemfall Griechenland« wird immer hitziger. Die Meinung der von der Krise gebeutelten Bevölkerung spielt bestenfalls eine untergeordnete Rolle. Ein Stimmungsbild aus Athen in Krisenzeiten.

Am hochmodernen Flughafen Eleftherios Venizelos sind die Böden blitzblank, das Personal ist freundlich und gelassen. In der Stadt ist es warm und hektisch, der Verkehr tobt gewohnt südlich-chaotisch, bunte Reklame eifert mit den blühenden Blumen um die Wette und die Läden locken mit Rabatten. Neonfarben sind derzeit Modetrend auf sonnenverwöhnter Haut.

Nur die sichtbar vermehrte Polizeipräsenz widerspricht auf den ersten Blick den gewohnten Eindrücken der südlichen Metropole - und dass an jeder Ecke, an der mehrere Personen zusammenstehen, nicht über Sport, Tratsch und Lokales, sondern über Wahlen, Geld und Politik geredet wird. Auch zahlreiche Bücher in den Bestsellerlisten handeln von der Krise und dokumentieren das überdurchschnittliche politische Interesse der Bürger. Dass die kritische Lage teilweise mit Galgenhumor aufgefasst wird, verrät das Angebot eines Restaurants: Dort werden mit einem günstigen »crisis-dinner« Kunden g...

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