So bitterernst des Lebens Komik

»Moonrise Kingdom« von Wes Anderson

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Hier stehen alle immer wie unter Strom: gelähmt. Lauter Standbilder des Lebens. Dabei versuchen sie doch nur, überaus angestrengt und ausdauernd einen fließenden Wohlton zu erzeugen. Aber es ist dabei so wie mit einer besonders arg strapazierten Gitarrensaite: Sie reißt irgendwann, und das klingt dann gar nicht harmonisch. Doch dieser Misston droht Ewigkeit zu werden!

Der Alarmruf durchdringt sämtliche Filme von Wes Anderson. Es sind lauter Havariemeldungen. Der alltäglichste Alltag funkt SOS, vergeblich natürlich. Wollte man jemandem, der sie noch nicht kennt, die Filme dieses ungewöhnlichen Regisseurs erklären, dann müsste man wohl sagen: Es ist wie bei Buster Keaton, nur in Farbe und ab und zu (doch eher selten) fällt ein Wort - und mit diesem das, was sich für normal hält, aus seinem gutbürgerlichen Rahmen.

Bereits mit »Rushmore«, der 1999 in unsere Kinos kam und Wes Andersons zweiter Kinofilm war, hat er einen neuen Typu...


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