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Junge Beschäftigte haben Stress

Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit zu Arbeitsbedingungen der unter 35-Jährigen vorgestellt

Unsicherheit, zu geringe Bezahlung Überstunden, Lärm. Junge Beschäftigte sind mit ihren Arbeitsverhältnissen nicht immer glücklich. Für den DGB sind die Ergebnisse auch überraschend.

»Wir waren von den Ergebnissen selber überrascht«, sagte die DGB-Vizevorsitzende Ingrid Sehrbrock am Donnerstag in Berlin. Im DGB-Haus im Zentrum der Stadt stellte sie zusammen mit Bundesjugendsekretär René Rudolf die Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit vor. Die Einschätzung von unter 35-Jährigen Beschäftigten wurde in der repräsentativen Umfrage zur Qualität ihrer Arbeit, zu Zukunftschancen und Arbeitsbelastungen wurden in allen Branchen und Regionen untersucht.

Viele junge Beschäftigte leiden unter steigendem Arbeitsdruck, fast die Hälfte (47 Prozent) findet das Einkommen zu gering, ein Fünftel (21 Prozent) arbeitet auf befristeten Stellen, jeder und jede Zehnte steckt in Leiharbeit (4 Prozent) oder in Minijobs (7 Prozent). DGB-Bundesjugendsekretär René Rudolf ergänzte 70 Prozent der Beschäftigten gab an, in den vergangenen zwölf Monaten einmal krank zur Arbeit gegangen zu sein - die Hälfte der Befragten auch mehrfach.

Von Planungssicherheit zu Beginn des Berufslebens könne keine Rede sein, so Sehrbrock. Sie hätte damit gerechnet, dass sich in Zeiten einer entspannteren Arbeitsmarktsituation auch die Situation der Berufsanfängerinnen verbessert, aber das ist nicht der Fall.

Und wie bei den »Erwachsenen« gibt es auch bei den jungen Beschäftigten die strukturelle Benachteiligungen: Frauen arbeiten öfter in Minijobs und zu schlechteren Löhnen als ihre Kollegen. Ingrid Sehrbrock: »Dabei heißt es doch in allen Studien, dass die Mädchen und Frauen die besseren Abschlüsse machen.« Und die Einkommen liegen im Osten insgesamt 20 Prozent niedriger als im Westen.

Die Planungssicherheit am Anfang des Berufslebens - nur 37 Prozent arbeiten in unbefristeten, regulären Verhältnissen mit einem Bruttomonatseinkommen von durchschnittlich 2000 Euro - ist nur ein Problem. Die Studie spricht überdies von gesundheitlichen Problemen, die schon junge Beschäftigte sehen. Etwas mehr als die Hälfte bewertet die körperlichen Belastungen am Arbeitsplatz als negativ, ein Viertel die psychischen Belastungen. Während Beschäftigte im Baugewerbe die körperliche Belastung negativ bewertet, sind es besonders in der Gesundheit und im Gastgewerbe der Stress und die erlebte Unfreundlichkeit von Klienten oder Kundinnen, die als gesundheitsschädlich empfunden werden.

Angesichts der Situation forderte Sehrbrock in Richtung Arbeitgeber ein Gesundheitsmanagement in den Betrieben; und in Richtung Politik: keine sachgrundlosen Befristungen mehr, Eindämmung der Minijobs und Missbrauch von Praktika sowie den allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn.

»Wir alle wollen Fachkräfte für die Zukunft sichern. Gerade die Arbeitgeber betonen dies immer wieder«, sagte Sehrbrock. dann müssten sie aber auch ihre Fachkräfte entsprechend behandeln. Die komplette Studie unter www.dgb-jugend.de

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