Solidarität als Hauptgedanke

Eine Fischereikooperative in der senegalesischen Stadt Kayar organisiert rund 7000 Kleinfischer

  • Von Haidy Damm
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Kooperativen in Afrika: Die Vereinten Nationen haben 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften ausgerufen, um auf die weltweite Bedeutung von Kooperativen aufmerksam zu machen. Die experimend-Seiten widmen sich heute dem Kontinent Afrika, wo das Genossenschaftswesen noch nicht so ausgeprägt ist. Unsere Autoren besuchten zwei noch junge, aber vielversprechende Genossenschaften, eine in Südafrika, eine wie hier geschildert in dem Senegal.

Trockenfisch für den Export: Die Kooperative hat eine Anlage angeschafft, mit der Fisch getrocknet werden kann. Dieser wird dann an die Nachbarstaaten verkauft.

Viel ist bereits geschrieben über die Situation der Kleinfischerei in Senegal. Passiert ist dagegen zu wenig. Abdoulaye Gueye Diop, der Generalsekretär der Fischereikooperative in Kayar, einer Fischerstadt an der senegalesischen Küste zwei Stunden nördlich der Hauptstadt Dakar, ist ungehalten an diesem Morgen. »Warum soll ich mit Ihnen reden? Ihr Europäer verändert ja doch nichts.« Er fügt wütend hinzu: »Die Situation ist schlicht katastrophal.« Dann beginnt er doch zu erzählen.

In Kayar leben 85 Prozent der Menschen direkt oder indirekt vom Fisch. In der Saison kommen zu den knapp 20 000 Einwohnern noch rund 3000 Wanderarbeiter mit ihren Familien hinzu. Doch es gibt nicht mehr viele gute Tage, an denen wie früher hunderte der bunt bemalten Holzboote am Strand einlaufen, Träger in Gummianzügen den Fisch an den Strand tragen und die wettergegerbten Gesichter der heimkehrenden Fischer so etwas wie Zufriedenheit ausstrahlen. »Viele hi...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.