Uwe Kalbe 04.06.2012 / Inland

Das Gespenst, das ziemlich real ist

In Göttingen wurde vermieden, die Polarisierung auf die Spitze zu treiben

»Ich möchte mich nicht zwischen Oskar und Gregor entscheiden, ich möche mich nicht zwischen Sahra und Dietmar entscheiden! Ich möchte sie alle vier!« Jan van Aken spricht in der Generaldebatte für einen dritten Weg, einen Weg abseits der Lager. Der dritte Weg, ein weibliches Duo statt gemischter Vernunftehe an der Parteispitze, für den er sich stark macht, ist zu diesem Zeitpunkt am Sonnabend in der Göttinger Lokhalle bereits gescheitert.

Ein Vorsitzender von Lafontaines Gnaden?

Ein wenig zieren sich Katja Kipping und Katharina Schwabedissen hinter den Kulissen wohl zu diesem Zeitpunkt noch, die mit diesem dritten Weg zweier Frauen an der Parteispitze das Angebot zu einem neuen, kulturvollen Politikstil gemacht hatten. Von den einen mit interessierter Skepsis, von den anderen als Anmaßung betrachtet, ist er für viele immerhin eine Alternative zum latenten Machtkampf zwischen den Interessengruppen, deren labiles Gleichgewicht bisher in einer quotierten Parteispitze ausbalanciert wurde. Tatsächlich wird an diesem Sonnabend mit diesem Gleichgewicht gebrochen. Ausgleich ist nicht länger das Ziel, sondern ein Sieg der einen über die andere Seite. Ein Duo Kipping und Schwabedissen ist dabei nur im Weg.

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