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Präzise Konter aus der Defensive

Trotz der Viertelfinalniederlage gegen die Italienerin Sara Errani spielt Angelique Kerber ihre beste Sandplatzsaison

  • Von Cai-Simon Preuten, SID
  • Lesedauer: 3 Min.

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Der Traum vom Halbfinale ist für Angelique Kerber geplatzt: Der Siegeszug der Kielerin bei den French Open in Paris endete in einem intensiven Match gegen die Sandplatzspezialistin Sara Errani. Nach 1:39 Stunden unterlag die Weltranglistenzehnte 3:6, 6:7 (2:7) und verpasste es damit, als insgesamt sechste deutsche Tennisspielerin in Roland Garros ins Halbfinale einzuziehen.

Damit bleibt Steffi Graf die letzte deutsche Siegerin beim wichtigsten Sandplatzturnier der Welt. Die 22-malige Grand-Slam-Siegerin gewann vor 25 Jahren ihr erstes und 1999 das letzte Major auf der Anlage am Boi de Boulogne. Auch Anke Huber (1993), Claudia Kohde-Kilsch (1985), Sylvia Hanika (1981) und Helga Masthoff (1970 und 1974) hatten in Paris die Runde der letzten Vier erreicht, Hanika kam sogar ins Endspiel.

Errani trifft im ersten Grand-Slam-Halbfinale ihrer Karriere auf US-Open-Siegerin Sam Stosur (Australien/Nr. 6). Sie feierte zudem ihren ersten Sieg über eine Top-Ten-Spielerin im 29. Duell. Von der zähen Italienerin wurde Kerber mit ihren eigenen Waffen geschlagen. Zum ersten Mal im Verlauf des mit 17,2 Millionen Euro dotierten Turniers musste die 24-jährige Linkshänderin agieren. Kerber rückte näher an die Grundlinie und versuchte das Spiel zu beschleunigen. Errani verteidigte, wie es Kerber in den Runden zuvor getan hatte, und konterte präzise aus der Defensive.

Die deutsche Nummer eins kämpfte gegen die ein Jahr ältere Errani, die in diesem Jahr bereits in Acapulco, Barcelona und Budapest auf Sand triumphieren konnte, gewohnt verbissen. Doch wirkte Kerber nach den vielen Spielen dieser Saison etwas ausgelaugt - hinter Viktoria Asarenka (Belarus) und Agnieszka Radwanksa aus Polen hat sie die meisten Matches aller Spielerinnen der WTA-Tour gewonnen. »Es ist eigentlich unglaublich, welche Zähigkeit sie im Moment auf dem Platz hat, welche Widerstandskraft. Denn sie ist schon deutlich gerädert von dem Programm, was sie in den letzten Monaten gespielt hat«, hatte Bundestrainerin Barbara Rittner schon vor dem Viertelfinale gesagt.

Bereits ihr erstes Aufschlagspiel musste Kerber im ersten Durchgang abgeben, ein denkbar schlechter Start für die US-Open-Halbfinalistin des vergangenen Jahres. Kerber blieb zwar in Reichweite, peitschte sich mit langgezogenen »Come-on«-Rufen nach vorne, konnte sich allerdings zunächst keinen Breakball erspielen. Beim Stand von 3:5 gab sie ihren Aufschlag erneut ab und verlor damit Satz eins. Im zweiten Durchgang ging Kerber viermal mit einem Break in Führung, schlug zweimal zum Satzausgleich auf und vergab zwei Satzbälle. Doch an diesem Tag erwies sich Errani als widerstandsfähiger und verwandelte im Tiebreak ihren ersten Matchball zum größten Erfolg ihrer Laufbahn.

Trotz der Niederlage war es für Kerber die beste Sandplatzsaison ihrer Karriere. Noch im vergangenen Jahr hatte sie in der ersten Runde in Paris eine bittere Niederlage gegen die Rumänin Edina Gallovits einstecken müssen und daraufhin selbst an sich gezweifelt. »Es war der Tiefpunkt für Angie. Anschließend hat sie sich die große Sinnfrage gestellt: Soll ich überhaupt noch weitermachen, hat das alles eine Perspektive?«, erzählte Rittner. Kerber entschied sich für ihre Karriere und stürmte von Platz 107 in die Top Ten, wo sie sich mit dem Viertelfinaleinzug in Paris vorerst festgesetzt hat.

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