Kaum Arbeiter im dänischen Parlament

Netzwerk soll politische Karrieren erleichtern

  • Von Andreas Knudsen, Kopenhagen
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Den Interessen der Arbeiter zu dienen, ist das neue Credo dänischer Politik. Laut Steuerminister Thor Möger Pedersen soll die geplante Steuerreform den hart Arbeitenden zugutekommen, »die morgens am Küchentisch stehen und ihre Brote für den Tag schmieren«.

Alle Mitte-Links-Parteien, die Liberalen und die nationalkonservative Dänische Volkspartei bezeichnen sich als Arbeiterparteien, aber von Dänemarks insgesamt 179 Parlamentariern können nur 17 darauf verweisen, Hafenarbeiter, Tischler oder Schlosser gewesen zu sein.

Um der unausgewogenen Zusammensetzung des Parlaments entgegenzuwirken und talentierten Arbeitern das politische ABC beizubringen, gründete der Sozialdemokrat Leif Lahn das »Arbeiternetzwerk«. Es werde ein langer, zäher Kampf nötig sein, mehr Bürger mit durchschnittlicher Bildung in das Folketing zu bringen, gestand Lahn. Sein Netzwerk zielt auf sozialdemokratisch eingestellte Arbeiter, denn auch in seiner Partei gilt: Akademiker dominieren nicht nur die oberste Volksvertretung, sondern auch die Parteivereine. »Da sitzen meist Akademiker oder Leute mit höherer Bildung, die si...


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