Das Spiel beginnt

Ahne
In den kommenden vier Wochen werden sechs nd-Kolumnisten wechselnd am Ball sein - der ihnen unberechenbar (Achtung, verqueres poetisches Bild!) vom Fuß ihrer Handschrift springen möge. »Anstoßpunkt« heißt unsere Rubrik. Wir nehmen also Anstoß, woran auch immer. Fußball im Feuilleton? Und das täglich? Abstriche demnach am würzig-krustigen Brot des Kulturjournalismus, der Rezension? Nein! Große Oper, schwere Tragödie, Klassiker-Neuauflagen, Schauspiel reinsten Wassers, Thriller. Hoffentlich.Manche halten die Fußball-Europameisterschaft für ein Sportereignis mit unbekanntem Ausgang. Dabei stehen die Ergebnisse, um einen uralten TV-Sketch zu zitieren, längst fest. Hier nur einige: 1:0, 2:2, 3:1, 2:0, 0:0, 2:1. Mehr soll nicht verraten werden. Aber es ist doch klar, wohin der Ball ab heute rollt: »Nur Obacht jetzt! Denn vor den Toren sammelt sich ein ruppig ungeduldig Volk!« Shakespeare. Der verstand was von Fußball, auch wenn in seinen Dramen statt der Bälle Köpfe rollten.Aber just das Drama ist es, das uns in den nächsten Wochen lockt. Zwischendurch schauen wir in die Gesichter der EM-Abgekehrten, der Spiel-Gleichgültigen, der Rausch-Abstinenten und spüren für Momente jenes Erhabene, das uns also doch noch nicht verloren ging: Mitleid - mit diesen Leuten. Unser eigener Zweck freilich ist ein anderer: Mit-leiden, mit-fiebern; ja, in größte Mit-Leidenschaft wollen wir gezogen werden. Unwichtig, wie gut die EM ist, wichtig nur, ob sich gut darüber schreiben lässt.

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