Hakenkreuze am Weltkulturerbe

Viele ukrainische Ultras sind rechtsextrem, vor allem im EM-Spielort Lwiw

  • Von Olaf Sundermeyer, Lwiw
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.
Für jedes Ligaspiel gehen bis zu 3000 Karten über diesen Schreibtisch. Auf dessen Vorderseite prangt ein gezeichneter Reichsadler, der ein Hakenkreuz in den Krallen hält. Davor schart sich eine Gruppe schwarz gekleideter junger Männer: Ultras, die radikalsten Fans des Erstligisten Karpaty Lwiw. In der Ukraine sind die meisten von ihnen auch politisch radikal, so wie diese »Banderstadt Ultras« in Lwiw.

Sie treffen sich in dieser Wohnung am Rand der Altstadt, die zum Weltkulturerbe gehört. Hier bereiten sie ihre Choreographien und Pyroshows vor – und hier verkaufen sie die Karten für ihren Block in dem Stadion, in dem die deutsche Elf am Sonntag gegen Dänemark spielt. Die Wohnung und die Tickets werden ihnen vom Klubeigentümer überlassen. Wer auf ihre Tribüne möchte, muss hier eine Karte kaufen. Aber nur weißen Menschen ist das erlaubt: Keinen Roma, Afrikanern, keinen Türken.

Stadion und Stadt
sollen weiß sein

Für Andrej, einer di...




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