Lieder gegen die Resignation

Dota Kehr über das Unbehagen am Zustand der Welt - und die Kunst, die Hoffnung nicht zu verlieren

  • Von Marko Ferst
  • Lesedauer: ca. 7.5 Min.
Dota Kehr, Singer/Songwriterin, wurde 1979 in Berlin geboren. Seit sie 17 ist, spielt sie in Bands, zunächst als Saxofonistin, später lernte sie Gitarre. Sie ist Sängerin der Berliner Band »Dota und die Stadtpiraten«. Mit dabei sind Jan Rohrbach (Gitarre), Leon Schurz (E-Bass), Nicolai Ziel (Schlagzeug). Seit 2003 erschienen zahlreiche Alben, zuletzt »Das große Leuchten – live«, »Bis auf den Grund« und »Solo – live«. 2011 erhielt Dota Kehr den Deutschen Kleinkunstpreis (Förderpreis der Stadt Mainz). Konzerte auch in Russland, Neuseeland und Brasilien. Außerdem schloss sie ein Medizinstudium ab.

nd: Dota, in Ihren Liedern fallen die vielen Zwischentöne auf - ganz gleich, ob es um die Liebe und den Alltag geht oder um Kritik an gesellschaftlichen Zuständen.
Dota: Sehr schlagwortartig oder parolenhaft Dinge zu konstatieren, liegt mir nicht. Für mich ist ein guter Text einer, der mehrere Ebenen hat. Ein gutes Lied sollte nie nur für denjenigen relevant sein, der es schreibt, sondern einen Text haben, den sich jeder in seine Wirklichkeit holen kann, ohne dass ihm irgendeine Haltung übergestülpt wird.

● Wie kam es dazu, dass Sie zeitkritische Lieder schreiben?
Ich komme aus einer Familie, in der Politik immer Gesprächsthema war. Schon als kleines Kind haben mich die Missstände in dieser Welt angerührt. Diese Betroffenheit ist geblieben. Ich sehe sehr oft, wie sich Leute darum herumschummeln wollen, das Elend der Welt, den Hunger, die Kinderarbeit und Umweltzerstörung wahrzunehmen. Jeder hat seine kleine Rechtfertigung, wie ...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.