Das Hopse-Spiel des Lebens

Cavalieris »Rappresentatione di Anima et di Corpo« in der Staatsoper Berlin

  • Von Irene Constantin
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Der Meisterzauberer hat seinen Wunderkasten aufgeschlagen. Auf dem Welt-Theater zwischen der Berliner und der Charlottenburger Seite, links und rechts, zwischen dem Himmel ganz weit weg und der Hölle vorn an der Rampe beginnen die Knochen des Körpers und die Harfenklänge der Seele das Hopse-Spiel des Lebens. Fern droht eine ewige Seligkeit, vorn die ewige Verdammnis. Die Reisenden in Hut und Mantel zu beiden Seiten der Bühne warten, wohin die Fahrt geht, werfen vorsorglich ihren Hut in die Arena des Kampfes der Versprechungen. Irdische Lust gegen göttliches Paradies. Ausgerechnet der Verstand soll der Schiedsrichter sein. Dass er es nur nicht zu leicht habe im »Spiel der Seele und des Körpers«, dafür sorgte Achim Freyer mit seinen verwirrenden Licht- und Bühnenwundern.

Im Jahre 1600, einem päpstlichen »Jubeljahr«, wollte die Bruderschaft des Heiligen Filippo Neri über ihre gewohnten musikalischen Andachten hinaus in ihrem Betsaal, d...


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