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Morgen: Grauen

»Dantons Tod« am Thalia Theater Hamburg - wider die Eisengeister des Ideologiebetriebes

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Daniel Lommatzsch als Robespierre

Dies Stück kann man nicht lieben. Denn wen sollte man lieben? Danton, der zu früh aufhört mit der Revolution? Robespierre, der mit der Erziehungsdiktatur überhaupt nicht aufhört?

Büchners Drama weitet die Wunde, und das ist es, was sie aufreißt bis zum Grund: Träumende Sehnsucht treibt den Menschen nach links, erwachender Verstand treibt ihn dort wieder weg. Den Furchtlosen gehört die Revolution, dann aber wird die Revolution fürchterlich - weil sie die Furcht vor sich selber nicht los wird.

»Dantons Tod« ist heute Trockenrausch: Gewalt, Reinigung, umstürzlerische Konsequenz - ja, schön und nötig wär's; ein Sündenspiel für den Geist. Aber wieder draußen aus dem Theater, erkennen wir jenes Blutrot, das eben noch aus Geköpften sprang, in jedem Ampelschein. Und halten brav an. Wir Ordnungsbefohlene. In Gedanken lügen wir uns Mut und Sprengkraft an, reißen im Geist nicht nur Bäume aus, sondern Massen von Herzen aus der Tristesse - ...


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