Alltag und Macht

In der Zhong Gallery »Häuten« sich junge Künstler aus China

  • Von Volkmar Draeger
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

So ist das mit Kunst. Den Schaffenden treiben Gründe, sein Werk so und nicht anders zu formen. Was sein Adressat darin erkennt, kann sich hiervon unterscheiden. Das mag auch auf chinesische Gegenwartskunst zutreffen. Der europäische Besucher nimmt sie, bewusst oder unbewusst, durch die manipulative Brille dessen wahr, was uns täglich über das Land der Mitte medial serviert wird. Möglicherweise betrachtet man, was die Zhong Gallery in ihrer zweiten Ausstellung zeigt, eben auch durch jene Brille. Dennoch glaubt man an einen repräsentativen Überblick, den die kleine Schau vermittelt. »Häuten« heißt sie packend und spielt auf jenen Prozess an, der Altes abstößt, Neues sichtbar macht. Den Künstlern der sogenannten »70er-Generation« misst man in China diese Funktion zu. In den 1970er Jahren erwachsen geworden, imitieren sie nicht mehr, wie noch die verunsicherte Generation vor ihnen, westliche Moderne. Sie spiegeln gesellschaftliche Veränder...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.