Unter der Käseglocke

Das alte Militärareal Sperenberg wurde in den 90ern zum Faustpfand der Berliner Airport-Planer - es folgten 20 verlorene Jahre

  • Von Roland Heine
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

»Immer Do 9.45 Junggeflügelverkauf hier« steht auf dem rosafarbenen Papier an einer der uralten Eichen. Große Gehöfte im Halbrund, in der Mitte Kirche, Kindergarten, Sitzbänke - der Dorfplatz von Schöneweide am Tal der Nuthe hat etwas Idyllisches. Irgendwo läuft ein Radio, wieder einmal ist vom Debakel am neuen Hauptstadtairport BER die Rede. Der liegt mehr als 30 Kilometer im Nordosten, die Nachrichten von dort klingen wie aus einer fernen Welt. Doch es gab eine Zeit, da lag Schöneweide mittendrin in jener Welt - und sollte deshalb verschwinden.

Gleich hinterm Dorf beginnt das frühere Militärgelände Sperenberg-Kummersdorf. Schon zur Kaiserzeit wurde es eingerichtet, nach 1945 nutzen es sowjetische Truppen. »Oft donnerten die Hubschrauber gerademal in Haushöhe über die Dörfer, Fallschirmjäger übten, es gab Höllenlärm«, sagt Ralf Kaim, ein robuster Mann, in der Gegend geboren und hier schon zu DDR-Zeiten Munitionsräumer. Erst 1994, a...


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