Tod in der Untersuchungshaft

Hamburgs LINKE will bessere Haftbedingungen

  • Von Reinhard Schwarz, Hamburg
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Fünf Suizide von Häftlingen zwischen Juli 2011 und April 2012 - also noch nicht einmal innerhalb eines Jahres - beunruhigen Teile der Hamburger Öffentlichkeit. Die LINKE fordert Maßnahmen, speziell für Untersuchungshäftlinge, die offenbar besonders suizidgefährdet sind. Bittere Ironie der Geschichte: Vor drei Jahren stellte die jetzige Justizsenatorin und damalige Bürgerschaftsabgeordnete Jana Schiedek (SPD) eine kleine Anfrage an den damaligen Senat aus CDU und Grünen - wegen gehäufter Suizide in Hamburger Haftanstalten.

Der Tod trat durch Verbluten ein: Am 26. April nahm sich der Untersuchungshäftling Rassul A. im Hamburger Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis das Leben. Damit starben im März und April dieses Jahres in Hamburg drei Menschen in Untersuchungshaft (U-Haft). 2011 waren zwei weitere Gefangene in U-Haft durch eigene Hand umgekommen - am 11. Juli und am 23. Dezember.

Diese Vorgänge waren für Christiane Schneider, rechtspolitische Sprecherin der Hamburger LINKE-Fraktion in der Bürgerschaft, Anlass für eine kleine Anfrage zu den Haftbedingungen: »Vor allem in den ersten Wochen und Monaten der Haft sind Gefangene in hohem Maße suizidgefährdet. Obwohl die Zahl der Untersuchungsgefangenen deutlich unter der Zahl der Strafgefangenen liegt, ereignen sich die meisten Suizide in U-Haft. Außerdem müssen in der Untersuchungshaftanstalt jeden zweiten Tag besondere Sicherungsmaßnahmen wegen Suizidgefährdung eines Gefangenen ergriffen werden.«

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