»Shura« boxt sich durch

Heute feiert Ex-KoKo-Chef  Alexander Schalck-Golodkowski seinen 80. Geburtstag

  • Von Helmut Müller-Enbergs
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Er war einer der mächtigsten Männer der DDR - doch wer wusste das schon? Seinen Lebensabend verbringt er im Freistaat Bayern.

Alexander Schalck-Golodkowski, »Shura« genannt, versteht etwas vom Boxen. Ihm muss keiner etwas von Führhand und Schlaghand, Aufwärtshaken oder Faustrückenschlag erzählen. Das kennt er, rechts wie links. »Shura« musste sich durchboxen.

Kuriose Geschäfte

Als er vor 80 Jahren in den Lebensring eintritt, führt ihn seine Mutter, eine russische Emigrantin, Staatenlose, entwurzelt in Berlin-Treptow, mit Erinnerungen an die gute alte Zeit unter dem Zaren. Heimat ist die russische Sprache. Der Aufschwung kommt 1933, die Aufwärtshaken werden mit rechts gesetzt. Die Familie mit dem Doppelnamen Schalck-Golodkowski kommt zu kleinem Wohlstand und »Shura« ins braune Hemd Hitlerjugend. Der Vater unterrichtet Hitlers in die Sowjetunion einfallende Truppen in Russisch. Nützt nichts: Das »Dritte Reich« geht K.o.

»Shura« wird aktiver Boxer und sattelt politisch um, wird nun Linksausleger und an Stalins Todestag Mitglied der deutschen Partei des...


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