Heftige Kontroverse um Kommandoeinsatz

Hat die indische Polizei auf der Jagd nach maoistischen Guerilleros unschuldige Indigene getötet?

  • Von Hilmar König
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Um ein Kommandounternehmen der Zentralen Polizeireserve Indiens (CRPF) im Unionsstaat Chattisgarh ist eine heftige Kontroverse entbrannt. Beim »erfolgreichsten Einsatz« gegen die maoistische Guerilla sollen in Wirklichkeit 19 unschuldige Indigene getötet worden sein.

Es passierte in der Nacht vom 27. zum 28. Juni tief im Dantewada-Dschungel Chattisgarhs. Dorfbewohner hatten sich nach der Hitze des Tages in der Nacht versammelt, um über die Vorbereitungen zum »Saat-Festival« zu beraten. Während des Treffens wurde plötzlich von allen Seiten auf die Anwesenden geschossen. 300 Polizisten hatten die Siedlung umzingelt, wo sie Kämpfer der maoistischen Guerilla, auch als Naxaliten bezeichnet, vermuteten. Nach dem Angriff zählte man 19 tote Dörfler und sechs verletzte Polizisten. Der Sicherheitsapparat feierte den Überfall als bisher erfolgreichsten Einsatz gegen die Rebellen. Innenminister Chidambaram behauptete, unter den Toten seien drei namhafte Maoisten.

Doch kurz darauf äußerten Menschenrechtler erste Zweifel. Nach ihren Informationen handelte es sich bei den Toten, darunter ein 15-jähriges Mädchen, um unbewaffnete Einwohner der Siedlung. Der hinduistische Sozialreformer Swami Agnivesh und Richter...

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