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Wimbledon beeindruckt vom Genie

Federer zieht über Djokovic ins Finale ein

Roger Federer ist nur noch einen Schritt davon entfernt, sein Reich im Südwesten Londons zurückzuerobern. Der sechsmalige Champion bezwang den Titelverteidiger Novak Djokovic im Halbfinale von Wimbledon nach einer beeindruckenden Vorstellung mit 6:3, 3:6, 6:4, 6:3. In seinem achten Endspiel auf dem heiligen Rasen des All England Clubs - diese Zahl ist einmalig in der Geschichte - kann sich Federer endgültig zum erfolgreichsten Spieler beim wichtigsten Tennisturnier krönen.

Mit einem Sieg gegen Andy Murray (Großbritannien) oder Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich), die am Abend gegeneinander spielten, schlösse der Schweizer zu Rekordhalter Pete Sampras auf und wäre nach zweijähriger Abstinenz auch wieder die Nummer eins der Weltrangliste.

»Ich bin so glücklich, es war ein großartiges Spiel«, sagte Federer. »Es war fantastisches Tennis. Es hat mir so viel Spaß gemacht, vor dieser unglaublichen Kulisse zu spielen.« Unter dem geschlossenen Dach des Centre Court brauchte Federer 2:19 Stunden, um seine Kritiker zu widerlegen. Nachdem der 30-Jährige sechs der letzten sieben Duellen mit dem Weltranglistenersten Djokovic verloren hatte und zuletzt im Halbfinale der French Open desaströs in drei Sätzen unterlegen war, setzten nicht mehr viele Tennis-Experten auf einen Erfolg des Schweizers.

»Du bist ein Genie, Roger«, rief ein begeisterter Zuschauer dem Rekordmann zu, als Federer seinen Dauerrivalen mit seiner unnachahmlichen Vorhand einmal mehr ausgespielt hatte. Das überschwängliche Lob hörte Federer nicht zum ersten Mal im All England Club, mit seinem eleganten und doch aggressiven Spiel ist er seit seinem ersten Sieg 2003 der Liebling der Fans.

Djokovic machte im 27. Aufeinandertreffen mit dem 16-maligen Grand-Slam-Sieger zum ersten Mal die Bekanntschaft mit dem unvergleichlichen Rasentennis des viel gerühmten Genies. Zuvor hatten die beiden Giganten ihre teilweise epischen Duelle nur auf Hardcourt oder Sand ausgetragen. Djokovic hatte schon vor dem Match vermutet: »Der Belag passt am besten zu Rogers Spiel.« SID

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