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Kinder der Not boomen in der Krise

Genossenschaften in der Bundesrepublik auf dem Vormarsch

  • Von Hendrik Lasch
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Heute ist der Tag der Genossenschaften - im Internationalen Jahr der Genossenschaften. Einst galten sie als altbacken, jetzt sind Genossenschaften in Deutschland auf dem Vormarsch. Ein Grund: die Krise des »Shareholder Value«. Nachdem ungezügelte Finanzspekulationen zuerst Märkte und dann Realwirtschaften in die Krise gestürzt haben.

Am kommenden Montag lassen sich ehemalige Verkäuferinnen der Drogeriekette Schlecker aus Meiningen erklären, wie sie eine Genossenschaft gründen können. Ihre und die Hoffnung ihrer bisherigen Kunden: Das Modell könnte ihre Jobs retten - und den Laden, der für den Ort in Thüringen nicht unwichtig war.

Gelingt das Vorhaben, könnte es symbolträchtiger nicht sein. Ein Discountriese, der so lange maximale Gewinne zu scheffeln trachtete, bis das Unternehmen in die Binsen ging, muss Platz machen für ein Geschäftsmodell, bei dem Rendite kaum eine Rolle spielt, statt dessen Arbeitsplätze und Nahversorgung, kurz: der »Förderzweck« für die Mitglieder. Es ist die Kernidee der Genossenschaften, seit das Modell vor 150 Jahren in Deutschland von Männern wie Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch erfunden wurde.

Es gab Zeiten, da galt es als nicht mehr besonders attraktiv: »Man hielt es für altbacken oder ein Relikt des Soz...


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