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Standpunkt von Katja Herzberg

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Wieder einmal sind mehr als 50 Menschen bei der Flucht in ein neues, vermeintlich besseres Leben in Europa ums Leben gekommen. Doch anders, als schon so oft berichtet werde musste, ist das Boot, mit dem die Afrikaner auf dem Mittelmeer unterwegs waren, nicht gekentert, seine Insassen sind nicht ertrunken. Sie sind zwei Wochen lang auf offener See getrieben und einer nach dem anderen verdurstet. Diese Tragödie trifft Einzelne, die Toten selbst und ihre Hinterbliebenen. Doch ihr Leid zeigt, welchen Stellenwert das von Flüchtlingen oft gepriesene Europa Menschenleben beimisst. Ihr Tod ist auch direkte Folge der Abschottungspolitik der EU und seiner Mitgliedstaaten.

Denn wie kann es sein, dass im stark befahrenen Mittelmeer, in dem heute so gut wie nie zuvor überwachten Seegebiet ein 15 Tage umherschlingerndes Boot weder von den EU-Grenzschützern von Frontex noch von den Küstenwachen entdeckt wird? Die wahrscheinlichste Antwort darauf ist einfach und erschütternd zugleich. Es ist fast auszuschließen, dass das Boot von niemandem gesehen wurde. Vielmehr hat es wohl niemand sehen wollen. Um sich Ärger zu ersparen. Davon gehen schon längst nicht mehr nur Menschenrechtsaktivisten aus.

Dass das Unglück erst durch das UN-Flüchtlingshochkommissariat bekannt wurde, macht zusätzlich deutlich, wie wenig Europa an einer Lösung der Flüchtlingsproblematik interessiert ist, die das Sterben im Mittelmeer beendet. Eine Flüchtlingspolitik, die ihren Namen verdient, müsste mit Hinsehen anfangen.

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