Stefanie Stadel 13.07.2012 / Kultur

Alt, aber Kult

»El Greco und die Moderne« in Düsseldorf

Max Beckmann: Kreuzabnahme, 1917

Er ist bereits zu Boden gegangen. Unter dramatisch zerrissenem Himmel liegt der alte Mann auf felsigem Grund. Noch umfasst Laokoon den Hals der Schlange, doch die hilflose Haltung mit abgeknicktem Kopf und der ergebene Blick machen klar, dass er längst kapituliert hat. Kaum etwas in El Grecos Gemälde erinnert noch an jenen alten Laokoon, wie man ihn seit der Antike sah - als im Todeskampf kraftvoll sich aufbäumenden Helden. Auch die Söhne des Priesters nehmen bei El Greco ganz ungewöhnliche Posen ein. Um den Vater herum biegen sich ihre Körper, als wollten sie einen Kreis beschreiben. Einer ist schon tot. Der andere - weiterhin aufrecht - bewegt sich fast tänzerisch im aussichtslosen Ringen. Wie ein Bogen scheint der Schlangenleib zwischen seinen Händen gespannt.

Vieles ist hier neu, eigen, anders. Und noch immer verwundert es, dass 400 Jahre vergangen sind, seit El Greco solche Bilder auf die Leinwand brachte. Kaum erstaunlich sch...

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