Fabian Lambeck 14.07.2012 / Inland

»Was soll ich denn machen?«

EU-Bürger aus den südeuropäischen Krisenstaaten erhalten kein Hartz IV mehr

Weil er zu Hause keine Aussicht auf Arbeit hatte, kam Dimitrios aus Griechenland nach Berlin. Doch die Bundesregierung will den Zuzug arbeitsloser Südeuropäer verhindern und verwehrt nun auch dem jungen Griechen die ihm zustehenden Sozialleistungen. Das Vorgehen widerspricht europäischem Recht und dient einzig und allein der Abschreckung.

Dimitrios fiel aus allen Wolken. Quasi über Nacht hatte das Jobcenter Friedrichshain-Kreuzberg dem jungen Griechen mitgeteilt, dass er ab dem 1. April 2012 vom Hartz-IV-Leistungsbezug »ausgeschlossen« sei. »Seit November des letzten Jahres habe ich Geld vom Jobcenter erhalten und dann kam dieser Brief, indem ich aufgefordert wurde, meine Regelleistungen zurückzuzahlen«, erzählt Dimitrios. Im vergangenen Jahr kam der 25-Jährige aus Athen, »weil es in Griechenland für junge Leute keine Zukunft gibt«. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt auf dem Peloponnes mehr als 50 Prozent. Wer seinen Job verliert, bekommt für maximal ein Jahr Arbeitslosengeld. Wer dann noch immer ohne Arbeit ist, kann nur hoffen, dass die Familie ihn unterstützt - so etwas wie Sozialhilfe gibt es nicht. Das belegen auch die amtlichen Statistiken: In dem krisengeschüttelten Land sind derzeit 1,1 Millionen Menschen ohne Arbeit. Nur jeder Dritte bekommt staatliche Leistungen. So sind 700 000 Griechen ohne eigenes Einkommen. Die Chance, einen Job zu ergattern, liegen bei Null.

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