Werbung

Hinter den Fenstern

Petra Tschörtner

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Ihre Filme waren lakonische, unpathetische Studien von Menschen und Dingen jenseits der Schlagzeilen. DEFA-Dokumentaristin Petra Tschörtner, geboren 1958 in Babelsberg, ließ sich oft über Wochen auf ihre Partner vor der Kamera ein, wusste um deren Lebensumstände, die Freuden und Betrübnisse, lange bevor der erste Drehtag kam.

In »Hinter den Fenstern« (1983), ihrem Diplomfilm, befragte sie junge Paare in einem Potsdamer Neubaublock: Besonders die Frauen reflektierten offen über ihre erstarrten Ehen, die allzu frühe Agonie. In »Unsere alten Tage« (1989) folgte der ungeschminkte Blick auf Bewohner eines Feierabendheims: ein Film über die Einsamkeit älterer Leute, wenn der Kontakt zur Umwelt, auch zu eigenen Kindern, immer brüchiger wird.

Petra Tschörtner hatte beim DEFA-Spielfilm volontiert, war dann zum Dokumentarfilm gekommen. Am Ende der DDR zählte sie zu den großen Hoffnungen des ostdeutschen Kinos, auf Augenhöhe mit Freunden wie Helke Misselwitz oder Thomas Heise. In »Berlin - Prenzlauer Berg« (1990) hielt sie die Atmosphäre der Monate Mai und Juni seismographisch fest: vom wütenden »We need Revolution«, das die Undergroundband »Herbst in Peking« inmitten der Mauertrümmer intonierte, bis zur Währungsunion. In »Marmor, Stein und Eisen« (1993) fragte sie nach Auf- und Abbrüchen im Leben ihrer einstigen Kommilitonen an der Babelsberger Filmhochschule.

Später arbeitete sie oft als Regieassistentin, denn, wie sie bescheiden meinte: »Ich habe im Moment nicht so viel zu sagen, dass ich nun alle halbe Jahre einen großen Film machen muss.« - Am Mittwoch ist Petra Tschörtner nach langer Krankheit in Berlin verstorben.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen