Kaderarbeit ist Kopfarbeit

Innenminister Friedrich baut die Bundespolizei um

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) tauscht die Führung der Bundespolizei aus. Vor allem wie er das macht, stößt auf Kritik. Die Polizeigewerkschaften rebellieren, aus der Opposition kommen Begriffe wie »Enthauptung« oder »Kaltschnäuzigkeit«. Die LINKE hofft, dass sich Abgeordnete nicht so leicht wie Polizeiobere abservieren lassen.

Für Bundespolizeichef Matthias Seeger sowie seine beiden Stellvertreter, Wolfgang Lohmann und Michael Frehse, ist heute der letzte Tag bei der Truppe. Seeger muss in Pension, die beiden Vizes werden versetzt. Auch wenn CSU-Chef Horst Seehofer, der seinem »köpfenden« Parteikollegen Friedrich beisteht, meint, die Umstände der Ablösung sollten »zum Schutz der Personen« nicht öffentlich diskutiert werden. Das beeindruckt Bernhard Witthaut wenig. Für den Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist klar: »Friedrich zündete eine Blendgranate.«

Das Bild, das der Polizeihauptkommissar Witthaut im »nd«-Gespräch zeichnet, passt ins Metier. Blendgranaten werden vor allem von Spezialeinheiten benutzt, wenn sie ein gut gesichertes Gebäude stürmen wollen. Alle - ausgenommen jene, die zum Sturm ansetzen - werden kurzzeitig orientierungslos. Ehe Zielpersonen begreifen, was vorgeht, sind sie zur Strecke gebracht.

Bernhard Witthaut kennt Friedrich...


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