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Konservative stimmten für einen Sozialisten

Bisheriger Linksfraktionschef Heinz Karwath neuer Vorsteher des Rheinsberger Stadtparlaments

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.

Nur sehr ungern wählt die CDU Sozialisten in Ämter. Eigentlich möchte sie das nicht. Doch in der kommunalpolitischen Wirklichkeit gibt es immer mal wieder Ausnahmen. So geschehen jetzt in Rheinberg.

Dort heißt der neue Vorsteher des Stadtparlaments Heinz Karwath (LINKE). Die Stadtverordneten entschieden sich am Mittwochabend überraschend für den 64-Jährigen, wie Stadtparteichef Freke Over gestern erfreut mitteilte. Die LINKE hatte sich zwar mit der SPD auf den bisherigen Linksfraktionschef Karwath geeinigt. Die Sozialisten und die Sozialdemokarten haben aber zusammen nur zwölf Stimmen - das ist noch nicht die Mehrheit. So war der Kandidat auf Stimmen von außerhalb des rot-roten Lagers angewiesen. Drei solche Stimmen hat er in geheimer Wahl auch tatsächlich bekommen. Ausgehend von den öffentlichen Erklärungen kann Over nicht anders, als davon auszugehen, dass auch CDU-Stadtverordnete nicht für den Bewerber der eigenen Partei, sondern lieber für Karwath gestimmt haben. Allerdings handelte es sich bei dem CDU-Bewerber Frank-Rudi Schwochow um den abgesetzten CDU-Fraktionschef. Nicht die eigenen Fraktion, sondern das ebenfalls konservativ eingestellte Bürgerbündnis hatte Schwochow nominiert.

Der neue Vorsteher Karwath arbeitete früher für den FDGB-Feriendienst und saß für den Freien Deutschen Gewerkschaftsbund bereits in den 1980er Jahren im Stadtparlament. Einige CDU-Kommunalpolitiker kennt er noch aus dieser Zeit. »30 Jahre kommunalpolitische Erfahrung haben offensichtlich einige Konservative überzeugt, trotz des Dogmas, keine LINKEN zu wählen, auf verlässliche Politik zu setzen«, bemerkte Freke Over.

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