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Lahme Eingreiftruppe

Kommentar von Kurt Stenger

In der seit über vier Jahren anhaltenden Finanzkrise haben sich die Notenbanken rund um den Globus schon mehrfach als schnelle monetäre Eingreiftruppe präsentiert. Ad-hoc-Maßnahmen sollten Spekulanten überrumpeln und andere Finanzmarktteilnehmer in Sicherheit wiegen. Seit die Euro-Krise alle anderen Probleme an den Rand drängt, steht die EU-Zentralbank (EZB) im Zentrum der Aktivitäten. Der jetzige wie auch der vorherige EZB-Präsident griffen des öfteren zu unorthodoxen Maßnahmen. Man pumpte gewaltige virtuelle Summen ins Finanzsystem, womit vor allem Zeit erkauft wurde, um Lösungen für die Probleme im Euroraum zu finden. Allerdings verstrich die Zeit immer ungenutzt - die europäische Finanzpolitik setzte auf massive Kürzungsprogramme, die die Lage in den Krisenländern noch verschärften.

Inzwischen scheint sich die EZB selbst im Weg zu stehen. Der Ankündigung von EZB-Chef Mario Draghi, wegen der irrwitzig hohen Zinsen spanischer und italienischer Staatsanleihen intervenieren zu wollen, folgten wegen interner Widerstände vorerst keine Taten - nach der gestrigen Ratssitzung blieb es bei neuen Ankündigungen. Dies könnte ein weiteres Anzeichen dafür sein, dass sich im Euro-Krisenmanagement Weichenstellungen anbahnen, über die es heftige Kontroversen gibt: Die einen wollen die Krisenstaaten aus dem Euro werfen, die anderen die Euro-Rettung auf die Spitze treiben. Kein Wunder, dass die schnelle Eingreiftruppe EZB derzeit lahmt.

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