Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Brasilianer überrascht

Hambüchen und Nguyen heute in den letzten Finals

  • Von Andreas Frank, SID
  • Lesedauer: 3 Min.

Elisabeth Seitz strahlte über das ganze Gesicht, und vor lauter Freude rang sie sekundenlang nach Worten. »Sechste am Stufenbarren, das hätte ich nie gedacht. Jetzt werde ich erst mal genießen, was ich geleistet habe«, sagte die Mannheimerin und blickte triumphierend in die Runde. An eine Medaille war im olympischen Finale von London für die 18-Jährige nicht zu denken, aber dass sie mit 15,266 Punkten einen persönlichen Rekord aufstellte, fand auch Trainerin Claudia Schunk bemerkenswert: »Eli hatte zuletzt schon Probleme, die Spannung hochzuhalten. Aber sie hat nahezu das Optimum geturnt, mehr ist derzeit nicht zu machen. Die Vizeeuropameisterin im Mehrkampf »hing« sogar ihr weltexklusives Übungsteil, den sogenannten Def, aber insgesamt fehlt es der Gymnasiastin noch an weiteren Höchstschwierigkeiten.

Auf allerhöchstem Niveau turnte Alina Mustafija, die russische Mehrkampfdritte holte sich den Sieg am Doppelreck mit 16,133 Punkten. Sie bezwang damit sogar He Kexin aus China, Olympiasiegerin von Peking 2008, die auf 15,933 Punkte kam. Unter dem Jubel der 16 500 Zuschauer in der ausverkauften North Greenwich Arena wurde die schon 27 Jahre alte Lokalmatadorin Elizabeth Tweddle Dritte.

Nach den Ferien will Seitz entscheiden, ob sie ihre Karriere bis Olympia 2016 in Rio de Janeiro fortsetzt, die Indizien sprechen dafür: »Vier Jahre sind eine lange Zeit, aber mir macht das Turnen immer noch sehr viel Spaß.« Nicht ausgeschlossen ist allerdings, dass sich die Mehrkampfzehnte von London einer Operation am Fuß unterziehen muss.

Mit einer Überraschung hatte der vorletzte Wettkampftag der Kunstturner am Nachmittag begonnen. Topfavorit Cheng Yi Bin konnte seinen Peking-Olympiasieg an den Ringen nicht wiederholen, der 27 Jahre alte Weltmeister aus China musste sich mit 15,800 Punkten Vizeweltmeister Arthur Nabarrete Zanetti aus Brasilien (15,900) knapp geschlagen geben. Mit 15,733 Zählern sicherte sich der viermalige WM-Dritte Matteo Morandi aus Italien die Bronzemedaille.

Mit großen Emotionen nahm Jordan Jowtschew bei diesem Endkampf Abschied von der großen internationalen Turnbühne. Der mittlerweile 39 Jahre alte Bulgare bestritt in der britischen Hauptstadt seine sechsten und letzten Spiele und durfte sich über einen bemerkenswerten siebten Platz (15,108) freuen. Der ehemalige Ringe-Weltmeister war bei diesen Spielen schon in Personalunion als Präsident des nationalen Turnverbandes unterwegs.

Im Sprungfinale holte sich Weltmeister Yang Hak-seon seinen ersten Olympiasieg. Der 19 Jahre alte Südkoreaner erreichte mit seinen beiden Finalsprüngen einen Schnitt von 16,533 Punkten. Dem Asiaten am nächsten kamen Denis Abljasin aus Russland (16,399) sowie Igor Radiwilow aus der Ukraine (16,316).

Die olympischen Kunstturnwettbewerbe werden heute mit den restlichen vier Gerätefinals abgeschlossen. Dabei hat sich Ex-Weltmeister Fabian Hambüchen aus Wetzlar für den Endkampf am Reck qualifiziert. In der Entscheidung am Barren steht der zweimalige Europameister Marcel Nguyen aus Unterhaching.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln