Schnell sein und festnageln

Christoph Bautz über die Zuspitzung von Protest und warum diese beim Thema Eurokrise kaum funktioniert

Das Kampagnennetzwerk Campact hat bei vielen massenwirksamen Protestaktionen die Finger im Spiel, ob gegen Atomkraft, Genmais oder das datenschutzfeindliche Meldegesetz. Mit einem neuen Online-Appell sammelt die Organisation Unterschriften für die Forderung, Reichtum stärker zu besteuern. Christoph Bautz ist Gründer und Geschäftsführer der Organisation. Ines Wallrodt sprach mit dem 38-jährigen »Bewegungsmanager« über die Frage, wann Proteste Druck entfalten, welche Rolle Campact dabei spielt und womit in den nächsten Monaten zu rechnen ist.

nd: Wenn man sich die Erfolgsberichte von Campact anschaut, hat man den Eindruck, alles wird besser. Fühlt sich im Allgemeinen aber gar nicht so an.
Bautz: Das hängt vom Thema ab. Der Atomausstieg war ein riesiger Erfolg der Proteste im Anschluss an das Reaktorunglück in Fukushima, auch wenn die Energiewende viel langsamer vorangeht als es eigentlich nötig wäre. Bürgerproteste konnten zudem bislang die Hälfte der geplanten 30 neuen Kohlekraftwerke verhindern. Beim Datenschutz ist die Sensibilität gewachsen. Vieles, was vor zehn Jahren einfach durchzusetzen war, ist jetzt nicht mehr möglich, wie man gerade erst bei den großen Bewegungen gegen ACTA oder das Meldegesetz erleben konnte. Unabhängig von einzelnen Themen ist es ein Erfolg, dass Protest wieder viel üblicher geworden ist als in den 90er Jahren. Es hat eine Repolitisierung stattgefunden. Viele Menschen sehen, dass es sich lohnt, auf die Straße zu gehen.

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