Frühwarnung statt Aktionismus

Bayern stellt eine Million Euro für ein landesweites Schulprojekt gegen Rechts bereit

  • Von Stefan Engelbrecht, dpa
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Wenn Jugendliche rechtsextreme Positionen einnehmen, sind Erwachsene oft ratlos. Ein bayernweites Schulprojekt soll ihnen helfen, rechtzeitig gegenzusteuern. Die Beauftragten sind den neun staatlichen Schulberatungsstellen zugeordnet und werden für ihre Zusatzaufgabe vom Unterricht freigestellt.

Nürnberg. Manchmal ist Günter Kohl zu spät dran. Wenn die Jugendlichen bereits geschult und zu Mitgliedern in der rechtsextremen Szene geworden sind, ist es eigentlich vorbei. »Das ist dann ganz gefährlich«, sagt der oberpfälzische Regionalbeauftragte für Demokratie und Toleranz. Als Teil des bayernweiten Projektes »Schulen für Demokratie und gegen Extremismus« ist er eine Art Frühwarner, wenn Kinder und Jugendliche extreme Positionen einnehmen.

In dem Projekt schulen und sensibilisieren die insgesamt 15 Regionalbeauftragten - zumeist Schulpsychologen oder engagierte Lehrer - in Bayern Kollegen, helfen besorgten Eltern in Gesprächen und greifen auch direkt ein, wenn ein Schüler auffällig geworden ist. Es ist Teil des 2009 vom bayerischen Ministerrat beschlossenen bayerischen »Handlungskonzepts gegen Rechtsextremismus«. Entwickelt wurde das Projekt von der Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit und der Bayerischen Informations...


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